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Motormodell-Kunstflug (Kategorie F3A) aus der Sicht des Punkterichters
(Bericht von Beck Sigmund, FAI - F3/F4 Punkterichter)

Im Modellkunstflug werden in verschiedenen Kategorien Wettbewerbe ausgetragen. Gegenüber den motorlosen Modellen (Segelmodelle usw.), die in der Regel nach Flugzeit und präzisen Landungen bewertet werden, werden in der Kategorie Motormodelle (Flächenflugmodelle, Helikopter usw.), die Flugfiguren durch ausgewiesene Punktrichter bewertet.

Über die Kategorie mit dem höchsten Schwierigkeitsgrad, dem Motormodell-Kunstflug mit einem Flächenmodell (in den Fachkreisen F3A genannt), möchte ich, Sigmund Beck, als aktiver FAI–Punkterichter einen kurzen Überblick über die Bewertungskriterien und deren Anforderungen weitergeben.

Sigi Beck beim Empfang der WM2001 Teilnehmer

Ein Figurenprogramm im Modellkunstflug besteht aus einer festgelegten Folge von Einzelfiguren. Figuren müssen so geflogen werden, dass sie von den Punkterichtern deutlich gesehen werden können. Zentrumsfiguren müssen in der Mitte des Flugraumes, Wendefiguren innerhalb eines festgelegten Flugraumes (60 Grad links/rechts vom Zentrum) geflogen werden.

Das Programm wird vom Start weg, ohne Unterbruch gemäss Beschreibung jeder einzelnen Figur bis zur Landung durchgeflogen. Ebenfalls wird der Flugraum (Flugfenster) sowie die Flugzeit (max. 10 Minuten) zur Bewertung herangezogen. Wird also eine Figur ausserhalb des Flugfensters geflogen oder die Flugzeit überschritten, muss der Punkterichter je nach Grad des Verfehlens dies in die Bewertung miteinbeziehen.

Findet ein Wettbewerb in dieser Kategorie statt, ist der Veranstalter verpflichtet je nach Ausschreibung für internationale Wettbewerbe zwischen 4 und 6, für Europameisterschaften 10, und für Weltmeisterschaften sogar 20 Punkterichter aus verschiedenen Nationen und gültiger FAI-Lizenz aufzubieten.

Ziel des Piloten ist es, alle vorgeschriebenen Figuren harmonisch, getreu dem Vorbild des manntragenden Kunstfluges, so präzise wie möglich in das Flugfenster zu platzieren. Hierbei ist nicht nur die Reaktionsfähigkeit und Konzentration, sondern auch ein hohes Mass an Fingerspitzengefühl Voraussetzung, um an nationalen, internationalen oder gar Weltmeisterschaften an der Spitze dabei zu sein.

Sigi beck in Irland bei der Eröffnung der WM - noch hat er keinen Einsatz als Schiedsrichter

Die Aufgabe des Punkterichters besteht darin, während der Flugvorführung die geflogenen Figuren in Ihrer Präzision und den vorgegebenen Bewertungskriterien zu beurteilen und je nach Ausführung zwischen 0 (nicht ausgeführt) und 10 Punkten (präzise ausgeführt) zu benoten. Diese Aufgabe erfordert von jedem Punkterichter ebenfalls ein hohes Mass an Zuverlässigkeit und Konzentration. Der Punkterichter darf das Modell keinen Augenblick aus den Augen verlieren, aus diesem Grunde wird jedem Punkterichter ein Schreiber als Assistenten zur Seite gestellt . Dieser notiert die Benotung auf einem Formblatt, das dann nach jedem Flug zur Auswertung an das Rechnungsbüro zur Rangermittlung weitergegeben wird. Aus den Noten für die Einzelfiguren, welche entsprechend dem Schwierigkeitsgrad noch gewichtet werden, (K-Faktor) errechnet sich nach Abzug der niedrigsten und höchsten Note die Gesamtpunktezahl für einen Flug.

Bewertungskriterien für einzelne Flugfiguren:
Diese Kriterien sollen dem Punkterichter eine Richtlinie geben für den Punkteabzug bei Abweichungen von der festgelegten Geometrie der Flugfiguren. Die Flugfiguren werden in ihre verschiedenen Komponenten zerlegt.

  • gerade Strecken

  • Loopings

  • Rollen

  • Turns

  • gerissene Rollen

  • Vrillen und Looping-Rollen Kombinationen

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