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Bericht unseres Jetpiloten, Hansruedi Baumgartner, zum Thema Jet-Fieber und Technik

Wie ja vermutlich bereits einige von Euch wissen, hat es Ludwig (A.d.R. Ludwig Matt) und mich mit dem Jet-Virus erwischt. 

Bei Ludwig hat es letztes Jahr bei dem Einladungsturnier in Japan, welches er als Helfer von Roland und Wolfgang Matt besucht hat, gefunkt. Von da an war das Thema "Jet" gross geschrieben. Es ging dann nicht lange und Ludwig bestellte das Kangaroo plus Turbine.

Ich beobachtete die ganze Szene schon seit ca. 5-6 Jahren. Jeweils am 1. August konnte ich in Samedan das Schweizer Jet Team beobachten, damals noch mit der Jpx Turbine. Unheimlich teuer und unheimlich aufwendig. Also vorläufig kein Thema. Beim letzten 1. August Treffen in Samedan staunte ich, als ich Markus Zipperer und Andy Meier kennen lernte. Fast schon sensationell wie einfach und simpel die Jet-Cat funktionierte.

Auf Grund mehrerer Diskussionen hat sich Ludwig dann dazu entschlossen, die Bestellung der Sophie Turbine zu stornieren und eine Jet-Cat Turbine anzuschaffen.

Ludwig Matt bestellte seine Turbine bei Martin Saanwald in Sirnach, der die offizielle A-Vertretung in der Schweiz hat.

Als ich dann bei Ludwig das Kangaroo sah, war auch für mich bald mal klar, dass ich mit dem Jet-Fliegen anfange. , Da ich viel telefonischen Kontakt mit Andy Meier habe, entschied ich mich beim Flugzeug für den Hot Spot, welcher von Andy Meier selber konstruiert und entwickelt wurde. Um das Ganze zu finanzieren entschloss ich mich einige Flugzeuge meiner Flotte abzustossen. 

Am 5. Juli 1999 fuhren Sylvia (A.d.R. Seine Frau) und ich nach Müllheim und holten meinen Hot Spot mit Turbine.

Am 25. Juli 1999, morgens, trafen Ludwig und ich uns auf dem Flugplatz. Erstes Mal laufen lassen der Turbine, erste Rollversuche. Turbine abstellen, alles nochmals kontrollieren, auftanken, dann war es soweit. Das Herz schlug mir vermutlich bis zum Hals. Turbine starten, auf die Bremse stehen und Vollgas. Weg von der Bremse und ab geht die Post.


Hansruedi Baumgartner mit dem HotSpot und
Raimund Wehrle mit dem Kangaroo

Wahnsinn was da abgeht. Fünf Minuten Flug und die Landung war angesagt. Aus meiner Sicht war der Flug super. Mulmig wurde es mir, als Ludwig mir nach der Landung erklärte, dass ich im Landeanflug haarscharf an den Bäumen vorbeiflog.

Abschliessend kann ich eigentlich nur sagen. Das Ganze kostet sicher viel Geld, aber es lohnt sich auf jeden Fall. "Man gönnt sich ja sonst nix!"

 

Die Technik

Ludwig und ich betreiben eine Modell Turbine Jet Cat P 80 die vom Ing. Büro CAT M. Zipperer GmbH (Inhaber) Andy Meier und Horst Lenertz konstruiert und gebaut wird.

Die Jet Cat P 80 ist eine selbststartende Turbine die wir bis heute sehr erfolgreich auf unseren Modellen Kangaroo und Hot Spot einsetzen. Bei der Jet Cat wird alles über die Jettronic ECU (Elektronik) gesteuert und kontrolliert.

Beim Startvorgang haben wir den Gasknüppel auf Standgas, betätigen den Dreiwegschalter auf Mittelstellung und geben Vollgas. Die Turbine wird jetzt über den Anlasser auf ca. 2500-3500 U/min hochgedreht. Nun wird die Glühkerze eingeschaltet und das Gas- Ventil geöffnet. Die Drehzahl der Turbine fällt nun langsam ab. Während des Herunterlaufens der Turbine setzt normalerweise die Zündung ein. Sobald die Zündung eingesetzt hat wird die Turbine über den Anlasser weiter beschleunigt. Bei ca. 5000 U/min wird dann die Kraftstoffpumpe automatisch zugeschaltet. Die Turbine wird nun weiter auf Leerlaufdrehzahl hochgefahren. Sobald die Mindestdrehzahl überschritten wurde, wird der Anlasser automatisch ausgeschaltet. Die Turbine wird jetzt kurzzeitig auf ca. 55000 U/min hochgefahren und anschliessend automatisch auf Leerlaufdrehzahl stabilisiert. Die Turbine wird nun solange auf Leerlaufdrehzahl gehalten bis der Gasknüppel ebenfalls zurück auf Leerlaufposition gebracht wurde. Von diesem Zeitpunkt an kann der Turbinenschub vom Piloten vorgegeben werden. Auch der Abstellvorgang und das Abkühlen erfolgt automatisch.


Hansruedis neue F16 - Ein Modell vom feinsten

Bei den Modellen handelt es sich um sogenannte Turbinentrainer. Es sind Flugzeuge in Deltaform mit zwei Seitenleitwerken. Die zwei Maschinen sind unabhängig voneinander entstanden. Da hat also nicht einer dem anderen abgeguckt und nachgebaut. Die Idee solch eines Flugzeuges entstand bei einem Zusammensein von Andy Meier, Markus Zipperer und Andreas Gietz.

Der Gedanke war ein Trainermodell zu bauen, das gutmütig ist und freien Zugängigkeit zur Turbine bietet. Man hat dann mal so ungefähr aufgezeichnet, wie so etwas aussehen könnte. Andreas Gietz hat dann sofort mit der Konstruktion und anschliessend der Produktion des Kangaroo begonnen. Unabhängig voneinander hat Andy Meier den Hot-Spot konstruiert, Formen gemacht und das Urmodell gebaut. Der Hot-Spot wird heute vom Jet-Team Peter Liebetrau vertrieben. Das Kangaroo vertreibt Fiber Classics Andreas Gietz.

Beide Flugzeuge wie auch die Turbine können in der Schweiz auch bei Martin Sannwald, in Sirnach gekauft werden.

Modell Kangaroo Hot Spot
Hersteller: Fiber Classics Jet Team Peter Liebetrau
Bauart: GFK Rumpf, Styro Balsa Flächen GFK Rumpf, Styro Apachi Flächen
Seitenleitwerke: Balsa Rippenkonstruktion Balsa Apachi voll
Einziehfahrwerk: Giezendanner, elektrisch pneumatisch, Eurokit Luca Italy
Bremsklappe: unten am Rumpf pneumatisch hinter Kabinenhaube wie bei der F-15
Radbremsen: pneumatisch pneumatisch
Besonderes: Kreisel auf dem Bugrad  

Hansruedi Baumgartner

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