Nach einer intensiven und langen Vorbereitungszeit ist unsere F3A Mannschaft für die Weltmeisterschaften in Polen (Offizieller Link: www.aeroklubpolski.pl) gerüstet. Wir werden auch dieses mal wieder versuchen Sie schnell und so umfangreich wie nur möglich zu informieren, ein regelmässiges vorbeischauen lohnt sich. Finden Sie hier alle aktuellen Informationen zu den Vorbereitungen und zum Verlauf der WM 2003 in Polen.

 

Unsere Piloten haben gut gekämpft, mussten sich aber schlussendlich deutlich unter Ihrem Wert geschlagen geben
Wann: 16. August 2003
Wo: Deblin, Polen
Autor: Reiner Tauern nach Feedback aus Polen
Bilder: Patrick Lemonnier von PL-Prod
Piloten: 96 Piloten aus 35 Nationen

Nach erfolgreicher Qualifikationsrunde, die Roland als 5. und Wolfgang als 8. beendete, ging es ins Halbfinale. Roland konnte weiterhin seinen 5 Rang behalten, Wolfgang endete auf dem glücklichen 10 Rang und somit qualifizierten sich beide Liechtensteiner Piloten für das Finale der besten 10 Teilnehmer. Bei schwierigen Bedingungen mussten die Finalisten 2 mal das Programm F03 und zwei mal ein unbekanntes Programme fliegen. Lesen Sie hier wie es ihnen ergangen ist. 

Das Halbfinale vom Freitag, den 15. August

Der Wettkampf begann bei schönem Wetter und leichtem Wind, der 45° zur Piste blies. Geflogen wurde auf zwei Pisten, wobei die Flüge von jeweils 10 Punktrichtern gewertet wurden. Wolfgang machte in der Liechtensteiner Mannschaft den Anfang. Er zeigte einen sehr schönen und flüssigen Flug. Im Laufe des Tages begann der Wind immer kräftiger zu blasen. Roland konnte bei starkem Seitenwind ebenfalls einen ausgezeichneten Flug zeigen.

   

Nach diesen Flügen war klar, dass die ersten 5 Ränge unter Ch. Paysant-Le-Roux, Chip Hyde, Quique Somenzini, Jason Schulmann und Roland Matt aufgeteilt werden würden. Alle  diese Piloten haben das Zeug eines waren Champions und könnten Weltmeister werden. Aber auch Wolfgang, der nach Meinung einiger Aussenstehenden, für seine Flüge nicht genügend belohnt wurde, hatte durchaus die Chance auf einen Rang unter den ersten 5, vielleicht sogar auf einen Podestplatz. Es wäre falsch diesen Piloten zu unterschätzen, den er ist immer wieder in der Lage ausserordentliche Flüge zu zeigen und auch in schwierigen Situationen keine Nerven zu zeigen.

Am Ende eines spannenden Halbfinals sieht die Rangliste der 10 Finalisten wie folgt aus (In Klammern finden Sie den Rang der Qualifikationsrunde):
1. Ch. Paysant-Le-Roux (1.)
2. Chip Hyde (3.)
3. Quique Somenzini (2.)
4. Jason Schulmann (4.)
5. Roland Matt (5.)
6. Yoichiro Akiba (7.)
7. Bernd Beschoner (11.)
8. Masato Kusama (14.)
9. Tetsuo Onda (9.)
10. Wolfgang Matt (8.)

Hier finden Sie die gesamte Rangliste des Halbfinals zum downloaden

Wie man aus den vorherigen Platzierungen entnehmen kann, sind die Plätze 1 bis 5 ziemlich stabil geblieben und die Ränge 6 bis 10 wurden ganz schön durchgeschüttelt. Die Hauptsache ist aber, dass beide Liechtensteiner Piloten sich für das Finale (Top-Ten der Welt) qualifiziert haben, was übrigens einigen Top-Favoriten nicht gelungen ist. Bravo Roland und Wolfgang.

    

 

Das Finale vom Samstag, den 16. August

Bei schwierigen Bedingungen ging es Heute Morgen ins Finale. Geflogen wurden 2 mal das bekannte Programm F03 und zweimal das unbekannte Programm. Wie es üblich ist, erfahren die Piloten das unbekannte Programm erst am Vorabend des Finals. Es ist nicht erlaubt das Programm mit dem Model zu üben oder es auf einem Simulator zu fliegen. Deshalb sieht man alle Piloten die Figuren mit Hilfe eines kleinen Flugzeuges an einem ca. 20cm langen Holzstab in die Luft zeichnen. Das sieht ziemlich komisch aus, ist aber die einzige Möglichkeit sich die komplizierten Figuren, die aus einem Katalog von über 400 Figuren ausgelesen werden, vor Auge zu führen. Bewertet werden die Figuren von insgesamt 22 Punktrichtern, 10 für die Figuren in der Mitte und jeweils 6 Punktrichtern für die Figuren Links und Rechts.

Wolfgang konnte einen guten Flug zeigen, wobei eine gerissene Rolle nicht ganz sauber beendet wurde und Roland hatte bei seinem Rollenkreis etwas Mühe die Maschine auf der Spur zu halten, da das Flugzeug von einer Böe gebeutelt wurde (basierend auf dem Bericht von Patrick Lemonnier). Alles in Allem sind beide sehr sauber und homogen geflogen. Doch die Konkurrenz war stark und verdrängte Roland auf den 8 Platz und Wolfgang musste seinen 10 Platz behalten. Das unbekannte Programm ist immer eine sehr heikle Angelegenheit und fordert von den Piloten das Letzte. Gerade hier ist die Tagesform sehr bestimmend, da dieses Programm ja vorher nicht geübt werden konnte.

   

Natürlich waren unsere Piloten enttäuscht, hatten sie sich doch bessere Resultate erhoffen können. Sowohl die Vorresultate als auch die gezeigten Leistungen hatten die Erwartungen hochgeschraubt. Doch aus der Distanz betrachtet, besteht kein Grund zur Enttäuschung und es ist eine tolle Leistung die das Liechtensteiner Team gezeigt hat. Die sehr gute Bilanz lautet:

Rang 5 der Mannschaft
Rang 8 für Roland
Rang 10 für Wolfgang und 
Rang 42 für Nick Schädler

Wir gratulieren ganz herzlich der Mannschaft als Team und den Piloten für ihre gezeigte Leistung
Bravo Roland
Bravo Wolfgang
Bravo Nick


Quique Somenzini, Ch. Paysant-Le-Roux (der alte und neue Weltmeister) und Jason Schulmann (der einzige mit Elektroflieger)


Die Juniorenweltmeister

 

Zum Thema gerechte oder ungerechte Bewertung

Da F3A ein Sport ist, der von Menschen bewertet wird, ähnlich wie beim Kunstturnen oder Eiskunstlaufen, ist es ein Fakt, dass die Bewertung nicht Objektiv sondern Subjektiv ausfällt. Das wiederum bedeutet, dass ein Pilot für gute Flüge schlechter bewertet werden kann als ein anderer Pilot für einen schlechteren Flug. Dies sind Umstände die einem Piloten helfen oder auch schaden können. Ein echter F3A-Pilot nimmt dies hin ohne zu meckern und akzeptiert die Autorität der Punktrichter. Ich habe Wolfgang, Roland oder Nick noch nie über die Bewertung eines Punktrichters diskutieren gehört, echte Profis eben. Die nächste WM kommt bestimmt.

 

Hier noch ein paar Impressionen:


Jason Schulmann


Chip Hyde's Flieger


Ch. Paysant-Le-Roux zum drittenmal in Folge Weltmeister

 

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